Vor 700 Jahren

Vor ziemlich genau 700 Jahren war Europa in einer ähnlichen Situation wie heute. Vergleichen kann man es natürlich nicht direkt, denn das Mittelalter war schon eine sehr wilde Zeit – aber grundsätzlich gibt es Übereinstimmungen.
Zu dieser Zeit gab es:
1. eine Finanzkrise – man hat – damals die Kirche 0 Zins Politik verordnet. Spekulation wurde zwar in den Judengassen betrieben und Kaiser Friedrich Barbarossa schon wusste, dass man sie brauchte (Deregulierung, Zins), aber offiziell hätte er das nie gesagt, sonst wäre das Wirtschaftssystem ganz zusammengebrochen.
2. hohe Arbeitslosigkeit – viele Leute die nix hackeln jedoch versorgt werden müssen (heute Mindestsicherung) – die Pilger – daraus wurden die wienerischen Pücher
3. In den Städten Beamte, die sich sogar ins Privatleben einmischten. Überregulierung. Es wurde alles reguliert, sogar der Sex.
4. Es gab keine strengen Winter. Klimawandel. Die Alpen waren nach der mittelalterlichen Warmzeit fast eisfrei, was den Handel über die Pässe möglich machte – ebenso die Kreuzzüge, die sonst in den Alpen geendet hätten.
5. Bevölkerungsexplosion in Europa auch durch massive Zuwanderung aus dem Osten und Nahen Osten, wo sich das Osmanische Reich ausbreitete
6. Hohe Verschuldung – praktisch jeder „Staat“ damals Könige, Fürsten und Herzöge, Bürger hatte Schulden, ja sogar Kronen und Burgen wurden verpfändet.
7. Niedriges – fast kein Wirtschaftswachstum … die Wirtschaft – sprich damals die Agrarwirtschaft und der Transport konnte nicht mehr wachsen. Aus den Feldern, die durch den Klimawandel bedingt bis in die Hochregionen ging, war nicht mehr rauszuholen und man konnte ja nichts aufheben oder noch weiter transportieren, weil irgendwann ist was auch immer verdorben.
Und dann passierte was in den Gesetzbüchern nicht vorgesehen war. 1315 – 1317 regnete es – vermutlich durch Vulkanismus ausgelöst und durch Klimawandel – und die Winter waren extrem lang, die Sommer komplett verregnet. Da die Güter begrenzt waren, kam es zu Hunger, Massenarbeitslosigkeit, noch höhere Verschuldung und Wanderbewegungen (Wirtschaftsflüchlinge). Die Regulierung – sprich die einzelnen Gesetze waren keinesfalls im Stande diese Krise zu meistern – alles dauerte viel zu lange, bzw. war der Hausverstand und die nötige Bildung nicht vorhanden. Die Reichen zogen sich in die Burgen und Schlösser und der Klerus in die Stifte und Klöster zurück und machte noch mehr Gesetze und suchte nach Schuldigen. Europa zerfiel und zwar in jede einzelne Kommune – Städte. Jede Stadt hatte eigene Regeln, Gesetze, Zölle, kirchliche Lehren, Universitäten.
Die Folgen daraus waren: Kriege, Enteignung und Massensterben (vorallem durch Hunger und Seuchen). Es gab keine Wirtschaftsplanung, Altersversorgung, Gesundheitsversorgung (Quarantäne) ….. und dieser Zustand dauerte ziemlich lange. Ich würde schätzen bis zur französischen Revolution Ende des 18 Jahrhunderts, also rund 500 Jahre.
Wohin steuert Europa heute ?
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